Einbau

Eine ebene, fett- und ölfreie Auflagefläche ist für den Lagereinbau eine Voraussetzung. Schweißperlen, Gratbildung, Farbe und sonstige Unebenheiten müssen entfernt werden. Die Lagerringe müssen vollständig von der Anschlusskonstruktion unterstützt werden.

Rothe Erde empfiehlt eine Überprüfung der Auflagefläche mit einem Nivellier- oder Lasergerät (wird von Rothe Erde als Dienstleistung angeboten). Die zulässigen Werte der Ebenheit sind der Tabelle 1 zu entnehmen. Spitzenbildungen in kleinen Sektoren sind zu vermeiden, d.h. der Kurvenverlauf darf im Bereich 0°-180° nur einmal gleichmäßig ansteigen und wieder abfallen.

Beispiel für Ebenheitsabweichung gemäß DIN EN ISO 1101
Beispiel für Ebenheitsabweichung gemäß DIN EN ISO 1101

Tabelle 1:
Zulässige Ebenheitsabweichung gemäß DIN ISO 1101 der Auflageflächen

Laufkreis-
durchmesser
in mm DL
Ebenheit gemäß DIN EN ISO 1101 je Auflagefläche in mm für
BF 01
Zweireihige
Kugel-Dreh-
verbindungen

BF 08
Axial-Kugellager
BF 06
Einreihige
Kugel-Dreh-
verbindungen
Vierpunktlager

BF 09
Doppel-
Vierpunktlager

BF 23, 25, 28
Profillager*
BF 19
BF 13
Rollen-
Dreh-
verbindungen

BF 12
Kombilager
bis 500
bis 1000
bis 1500
bis 2000
bis 2500
bis 4000
bis 6000
bis 8000
0,15
0,20
0,25
0,30
0,35
0,40
0,50
0,60
0,10
0,15
0,19
0,22
0,25
0,30
0,40
0,50
0,07
0,10
0,12
0,15
0,17
0,20
0,30
0,40

BF ist die Abkürzung für Bauform und bezieht sich auf die ersten beiden Stellen der Zeichnungsnummer.
Für Sonderausführungen als Genauigkeitslager mit hoher Laufgenauigkeit und geringer Lagerluft dürfen die zulässigen Werte der Tabelle 1 nicht verwendet werden, bitte Rücksprache mit Rothe Erde.
*) Für Normal-Lager BF 25 sind doppelte Werte zugelassen.

Bei Überschreitung der Werte wird eine mechanische Bearbeitung der Lageranschlussflächen an der Anschlusskonstruktion notwendig. Die Einbaulage der Großwälzlager muss der Zeichnungslage entsprechen.

Die Entfernung der Konservierung kann mit einem alkalischen Reiniger durchgeführt werden. Lösungsmittel nicht an die Dichtungen und in die Laufbahn gelangen lassen. Obere und untere Auflagefläche des Großwälzlagers sowie Verzahnung von der Konservierung säubern.

Hinweis: Die Konservierung kann leicht mit einem z.B. biologisch abbaubaren alkalischen Reiniger entfernt werden.

Vorteil: Schnelle Entfernung der Konservierung und geringe Umweltbelastung.

Härteschlupf

Die ungehärtete Stelle zwischen Beginn und Ende der Laufbahnhärtung ist durch ein eingeschlagenes „S“ am Innen- bzw. Außendurchmesser jedes Lagerringes gekennzeichnet. Beim verzahnten Ring ist der Härteschlupf auf der Axialfläche markiert. Die Schlupfstelle „S“ soll am Ring mit Punktlast außerhalb der Hauptbelastungszone liegen. Ist der Hauptarbeitsbereich für den Anwendungsfall bekannt, so ist die Schlupfstelle des umfangsbelasteten Ringes auch außerhalb der Hauptbelastungszone zu positionieren.

Verzahnung

Es ist zu gewährleisten, dass das Zahnflankenspiel an den drei grün gekennzeichneten Zähnen mindestens 0,03-0,04 x Modul beträgt. Nach dem endgültigen Festziehen des Lagers ist das Flankenspiel noch einmal über den ganzen Umfang zu überprüfen. Am Ritzel ist eine Kopfkantenrundung und Kopfflankenrücknahme vorzusehen.

Messen des Flankenspiels
Messen des Flankenspiels

Verschraubung/Schraubverbindung

Schraubenbohrungen von Lager und Anschlusskonstruktion müssen übereinstimmen, ansonsten erfolgt eine unzulässige Verspannung. Durchgangsbohrungen sind nach DIN EN 20273, Reihe mittel, auszulegen – siehe Tabelle:

Gewinde-/
Schrauben-
durchmesser
Bohrungs-
durch-
messer
Anziehdrehmomente Nm bei Schrauben
der Festigkeitsklasse
μG ≈ μK = 0,14
   mm für hydr.
+elektr.
Md-Schrauber
für Md-
Schlüssel
für hydr.
+elektr.
Md-Schrauber
für Md-
Schlüssel
   DIN EN
20273
8.8 8.8 10.9 10.9
M 12 14 87 78 130 117
M 14 16 140 126 205 184
M 16 17,5 215 193 310 279
M 18 20 300 270 430 387
M 20 22 430 387 620 558
M 24 26 740 666 1.060 954
M 27 30 1.100 990 1.550 1.395
M 30 33 1.500 1.350 2.100 1.890
    Grade 5 Grade 5 Grade 8 Grade 8
UNC 5/8'' -11 18 200 180 286 260
UNC 3/4'' -10 21 352 320 506 460
UNC 7/8'' -9 25 572 520 803 730
UNC 1'' -8 27,5 855 770 1.210 1.100
UNC 11/8'' -7 32 1.068 970 1.716 1.560
UNC 11/4'' -7 35 1.507 1.370 2.410 2.190
    Grade 5 Grade 5 Grade 8 Grade 8
UNF 5/8'' -18 18 230 210 320 290
UNF 3/4'' -16 21 396 360 560 510
UNF 7/8'' -14 25 638 580 902 820
UNF 1'' -12 27,5 946 860 1.330 1.210
UNF 11/8'' -12 32 1.210 1.100 1.936 1.760
UNF 11/4'' -12 35 1.672 1.520 2.685 2.440


Befestigungsschrauben

Befestigungsschrauben, Muttern und Scheiben (ohne Oberflächenbehandlung) normal in Festigkeitsklasse 10.9 nach DIN ISO 267. Vorgegebene Anzahl und Durchmesser sind unbedingt einzuhalten. Schrauben über Kreuz sorgfältig auf vorgeschriebene Werte vorspannen, die obige Tabelle zeigt einige Anhaltswerte. Die Flächenpressung unter dem Schraubenkopf bzw. der Mutter darf die zulässigen Grenzwerte nicht überschreiten. Bei Überschreitung der Grenzflächenpressung müssen Unterlegscheiben geeigneter Größe und Festigkeit vorgesehen werden. Bei Sacklochgewinden muss die Mindesteinschraubtiefe gewährleistet sein. Wird ein Schraubenspannzylinder verwendet, sind bei den Schrauben oder Stehbolzen die nötigen Gewindeüberstände zu beachten und die entsprechenden Unterlegscheiben einzusetzen.

Die Festlegung der Anziehdrehmomente richtet sich nicht nur nach der Festigkeitsklasse der Schrauben und nach dem Anziehverfahren, sondern ist auch abhängig von der Reibung im Gewinde und an den Auflageflächen zwischen Schraubenkopf und Mutter. Die in der obigen Tabelle angegebenen Anziehdrehmomente sind Richtwerte, die auf leicht geölte Gewinde und Auflageflächen bezogen sind.

Trockene Gewinde erfordern höhere, stark geölte Gewinde niedrigere Anziehdrehmomente. Die Werte können deshalb sehr stark schwanken. Dies gilt besonders für Gewinde größer M 30 bzw. 1¼". Ab dieser Größe wird die Verwendung von Schraubenspannzylindern empfohlen. Bei nicht ausreichender Reibschlusssicherheit ist ein geeigneter Reibwertverbesserer oder Formschluss erforderlich. Anschweißen der Großwälzlager ist nicht zulässig.