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Technische Grundlagen
Schrauben - Allgemeines
Die in den statischen Diagrammen dargestellten Grenzlastkurven für die Schrauben sind grundsätzlich auf die Festigkeitsklasse 10.9 bezogen. Die Klemmlänge ist mit 5 · d und eine Vorspannung 70% der Dehngrenze vorausgesetzt.

Bei Lagern ohne eingetragene Schraubenkurve ist der gesamte Tragfähigkeitsbereich unterhalb der Grenzlastkurven mit Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 abgedeckt.

Zur Prüfung gegen die Schraubenkurve wird die maximale Belastung ohne Faktoren angesetzt.

Für die aufgegebenen Belastungen werden in unserem technischen Angebot die Schraubenanzahl, Festigkeitsklasse und erforderliche Vorspannung für das jeweilige Lager genannt. Sofern nicht anders angegeben, wird vorausgesetzt:
  1. Die Axiallast Fa wirkt aufliegend, nicht "hängend", d.h. die axiale Betriebskraft FA aus der Axiallast beansprucht die Schrauben nicht auf Zug.


  2. Axiallast 'aufliegend'

    Axiallast "aufliegend"

    Axiallast 'hängend'

    Axiallast "hängend"

  3. Die Schrauben sind gleichmäßig auf den Lochkreisen verteilt.

  4. Die Anschlusskonstruktionen erfüllen unsere technischen Bedingungen, siehe Anschlusskonstruktion.

  5. Das Großwälzlager und die Anschlusskonstruktionen bestehen aus Stahl.

  6. Es ist keine Gießharzunterfütterung vorgesehen.

  7. Die Klemmlänge lk ist mindestens 5 · d bei Lagern mit vollem Ringquerschnitt und mindestens 3 · d bei profilierten Ringen, wie z.B. Typenreihe KD 210.

  8. Im belasteten Schraubenteil sind mindestens sechs freie Gewindegänge vorhanden.

Bei abweichenden Voraussetzungen ist Rückfrage erforderlich.

Um Vorspannungsverlust durch Kriechen zu vermeiden, sollen die Grenzflächenpressungen (siehe Überschlägige Bestimmung der Flächenpressung) in den Auflageflächen Schraubenkopf und Mutter/Werkstoff der verspannten Teile nicht überschritten werden.

Die gewählte Produkt- und Festigkeitsklasse der Schrauben und Muttern muss vom Lieferanten gewährleistet werden, auf Kennzeichen nach DIN / ISO ist zu achten.

Die Rechtwinkligkeit zwischen Auflage und Gewindeachse bei Schraube und Mutter ist zu überprüfen.

Steigungsfehler, die insbesondere bei Einschraublängen > 1 · d zur Verfälschung des Anziehdrehmoments und damit zu geringerer Schraubenvorspannkraft führen, müssen ausgeschlossen werden.

Tabelle: Mindesteinschraubtiefe bei Sacklochgewinde für Toleranzklasse mittel (6 H)

Für Schrauben über M 30 sind in der Tabelle 4 (Anziehdrehmomente) keine Anziehdrehmomente angegeben, da nach unseren Erfahrungen die Reibwerte zu stark streuen. Für diese Schrauben ist vorzugsweise ein hydraulischer Schraubenspannzylinder zu verwenden, siehe Vorspannen mit hydraulischem Schraubenspannzylinder.

Erhöhter Platzbedarf für Schraubenkopf, Mutter, Anziehwerkzeug und vergrößerte Unterlegscheibe ist bei der Konstruktion zu berücksichtigen. Die Dicke der Unterlegscheibe ist dem Schraubendurchmesser anzupassen. Planparallelität beachten.